Am 30. September wurde an der Schule am Thorsberger Moor die Ausstellung „Vergessene Türen aus Süderbrarup“ feierlich eröffnet. Knapp 100 Gäste waren gekommen, um gemeinsam mit den beteiligten Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und weiteren Gästen auf ein Projekt zurückzublicken, das die Jugendlichen über ein ganzes Jahr begleitet hat.
Im Mittelpunkt steht eine alte Tür, die lange unbeachtet im Keller der Schule stand. Hinter ihr verbirgt sich ein Teil der Geschichte Süderbrarups und das Schicksal von Wilhelm Hass, der während der Zeit des Nationalsozialismus hinter dieser Tür eingesperrt war und sich später das Leben nahm. Für die Schülerinnen und Schüler begann das Projekt mit der ersten Begegnung mit dieser Tür. Zu Beginn der Eröffnungsveranstaltung wurde ein Trailer gezeigt, in dem die Jugendlichen von ihren ersten Eindrücken und Gefühlen berichten. Aus Neugier, Unsicherheit und Betroffenheit entstanden Fragen, die sie über ein Jahr lang begleiteten.
Nach der Begrüßung durch Schulleiter Herrn Bachmann und Dr. Gerhard Ulrich, Landesbeauftragter für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, wurde das „Making-of“ des Projektes gezeigt. Ein Jahr lang wurden die Schülerinnen und Schüler mit der Kamera begleitet. Aus den Aufnahmen entstand durch eine Schülergruppe ein eigener Film mit Interviews und Einblicken in die Recherche und Entstehung der Ausstellung. So wird sichtbar, wie intensiv sich die Jugendlichen mit dem historischen Thema auseinandergesetzt haben.
Besonders eindrucksvoll waren die anschließenden Redebeiträge der Schülerinnen und Schüler. Sie sprachen über Menschenwürde, Vielfalt und Demokratie und machten deutlich, dass Erinnerung für sie auch Verantwortung für die Gegenwart bedeutet. Ihre persönlichen Worte schufen eine nachdenkliche und beinahe andächtige Atmosphäre.
Den Abschluss der filmischen Beiträge bildete ein Film über Wilhelm Hass. Die drei entstandenen Filme sind ab sofort dauerhaft Bestandteil der Ausstellung. Anschließend enthüllten die beteiligten Schülerinnen und Schüler die „Vergessene Tür“ – die Ausstellung war eröffnet.
Die Besucherinnen und Besucher konnten danach die verschiedenen Elemente der Ausstellung entdecken. Über QR-Codes sind unter anderem ein innerer Monolog aus der möglichen Gedankenwelt von Wilhelm Hass sowie Geräusche aus einer Gefängniszelle abrufbar. Ein weiteres Highlight ist eine Karte mit regionalen Stolpersteinen. Auch zu ihnen können über QR-Codes die Geschichten der Menschen abgerufen werden, an die erinnert wird.
Die Ausstellung soll allen Schülerinnen und Schülern der Schule am Thorsberger Moor offen stehen. Auch externe Schulen sind nach vorheriger Anmeldung herzlich eingeladen. Ziel ist es, Geschichte sichtbar zu machen, Erinnerungen zu bewahren und gleichzeitig den Blick auf die Gegenwart zu richten. Die „Vergessene Tür“ steht dabei für einen sensiblen Umgang mit Vergangenheit und für die Verantwortung, die daraus erwächst: nicht zu vergessen, aufzuklären und sich für Menschenwürde, Vielfalt und Demokratie einzusetzen.






