Stolpersteine für Familie Appel

Familie Appel

Rolf Appel und seine Frau Maria Appel hatten vier Kinder. Sie führten eine Druckerei in der Bismarkstraße in Süderbrarup. Sie gehörten der Bibelforscherbewegung an und waren aus Glaubensgründen gegen den Wehrdienst. 1937 werden sie erstmals wegen der Verteilung von Flugblättern verhaftet, allerdings werden sie 1938 begnadigt und entlassen. 1941 wurde Rolf wieder wegen der Verweigerung des Wehrdienstes verhaftet. Marie sollte ihn noch überreden doch zum Wehrdienst zu gehen.

Am 3. Juni 1941 wurden die vier Kinder der Familie weggenommen und in ein Erziehungsheim gebracht. Rolf ging nicht zum Wehrdienst und wurde am 11. Oktober 1941 umgebracht. Der älteste Sohn der Familie, Walter Appel, konnte sich noch einmal 1944 unbemerkt mit seiner Mutter treffen. Er schloss sich heimlich der Bibelforscherbewegung an und wurde 1944 ohne gerichtliche Verhandlung ebenfalls wegen Kriegsdienstverweigerung umgebracht. Später wurde herausgefunden, dass seine Geburtsurkunde gefälscht wurde und er bei seiner Hinrichtung noch minderjährig war. Nachdem Krieg bekam Marie Appel ihre drei Kinder und die Druckerei zurück, die sie mit ihrem zweiten Ehemann bis 1954 weiterführte. Sie überlebte. Dennoch wurde auch ihr ein Stolperstein gewidmet.