Ein Stolperstein für Wilhelm Hass

Der politische Andersdenker Wilhelm Hass wohnte in der Raiffeisenstraße in Süderbrarup. Trotz seiner früheren Zugehörigkeit zur SPD und der damals ebenfalls verbotenen Reichsbanner hatte er ein relativ sicherer Arbeitsplatz bei der TVA in Eckernförde. Das Unheil für die Familie löste seine Schwägerin die nur wenige Häuser entfernt wohnte aus, als sie Wilhelm wegen kritischen Äußerungen über das Hitler-Regime bei der Polizei anzeigte. So wurde Wilhelm am 3. März 1943 als er nach der Arbeit am Bahnhof in Süderbrarup aus dem Zug ausstieg ohne Vorwarnung festgenommen und in die Arrestzelle die ebenfalls in der Reifeisenstraße stand gesteckt. Als seine Ehefrau Johanna Hass, seine Tochter Emma und sein Sohn Hermann davon erfuhren, versuchten sie noch den Bürgermeister zu überzeugen Wilhelm über Nacht bei ihnen zu lassen aus Sorge er könnte sich aus Angst vor bevorstehenden Konsequenzen selber das Leben nehmen. Doch dies wurde nicht bewilligt und in der Nacht starb Wilhelm Hass. Todesursache: Strangulation – so stand es im Sterberegister. Erst am 30. April 1952 würde anerkannt das er ein Opfer des Nationalsozialismus war. Die damit kommende amtliche Wiedergutmachung kam zu spät für seine Frau Johanna die zwei Monate zuvor verstarb.